Live Tag 7: Brasilien überrollt die Schweiz

Zugriffe: 1444

WINTERTHUR. Freude und Leid liegen im Sport so oft sehr nahe beisammen. Die brasilianische Mannschaft jubelte heute über den Gewinn der Bronzemedaille während das Heimteam aus der Schweiz Tränen in den Augen hatte. Die Schweizer „Nati“ fand nicht richtig ins Spiel und Brasilien hatte leichtes Spiel. Auch die riesige Menge an heimischen Fans schaffte es nicht, ihr Team zum Sieg zu peitschen.

+++++  4. Spielrunde von 16:00  +++++

 

Brasilien überrollt die Schweiz

Das Spiel um die Bronzemedaille verlief gut aus Sicht der Brasilianer. Sie spielten in den entscheidenden Phasen des Spiels abgebrühter als die Schweizer und zeigten eine gute Leistung. Die Lang-Fünf strauchelte immer wieder mit dem Zuspiel. Es fehlte innerhalb der Sätze nicht viel, doch wenn man sich das Gesamtergebnis ansieht, war es ein klarer Sieg für Brasilien.

Im ersten Satz lag die „Selecao“ schnell mit 6:3 in Führung. Die Schweizer starteten eine Aufholjagd und schafften den Anschlusspunkt zum 8:9. Die brasilianische Selecao ließ sich dadurch nicht beeindrucken und punktete weiter. Der Satzball verlief dann spektakulär. Die Brasilianer zeigten eine atemberaubende Rettungsaktion und brachten den Ball zurück. Die Schweiz antwortete mit einem wuchtigen Schlag, dieser landete jedoch im Aus.
Im zweiten Satz erwischte dann das Heimteam den besseren Start. Sie lagen lange in Führung. Doch Brasilien spielte in der entscheidenden Schlussphase extrem start und punktete vier Mal im Gang. Damit ging auch Satz zwei an die Gäste. Der dritte und vierte Satz waren ebenfalls sehr knapp, immer mit dem besseren Ende für die Brasilianer.

Der Schweizer Abwehrspieler Malik Müller sagte nach dem Spiel: „Wir haben unsere Leistung nicht auf den Platz gebracht. In den ersten drei Sätzen hat unser Zuspiel nicht wirklich gut funktioniert. Die Enttäuschung über diese Niederlage ist sehr groß.“

Der brasilianische Angreifer Rodrigo Sprandel kann es kaum glauben: „Wir waren in den letzten Events immer vierter. Jetzt haben wir endlich eine Medaille geholt. Es ist wunderschön. Wir haben aber nicht gedacht, dass es gegen die Schweiz so einfach werden würde.“

Brasilien – Schweiz 4:0 (11:8, 11:9, 11:8, 11:9)

zur Spielstatistik



+++++  3. Spielrunde von 14:30  +++++

Die italienische Mannschaft überraschte mit einem klaren 3:1 Sieg gegen Chile. Die Mannschaften waren an und für sich sehr ausgeglichen. Kleinigkeiten machten den Unterschied. Die Italiener rund um Kapitän Simon Prudenziati lieferten eine starke Leistung ab und punkteten in den entscheidenden Phasen. Somit schließen die Italiener die WM auf Rang fünf ab, Chile ist sechster.

Italien siegt im Spiel um Rang 5 gegen Chile

Eine WM mit Höhen und Tiefen hatte die Mannschaft aus Italien zu verzeichnen. Sie siegten in den Spielen, die sie gewinnen mussten, konnten gegen die Topteams aber nicht die bestmögliche Leistung abrufen. „Wir haben uns gegen die größten Nationen ein bisschen mehr erwartet. Da haben wir uns nicht so gut verkauft.“, sagte Kapitän Simon Prudenziati. Die Chilenen haben eine ähnliche Bilanz zu verzeichnen. Doch sie errangen in der Double Elimination Runde beinahe einen Sieg gegen Österreich. Das war wohl das beste Spiel der Chilenen bei dieser Weltmeisterschaft. Im heutigen Platzierungsspiel spielten die Italiener in den entscheidenden Phasen effektiver und setzten sich immer zum richtigen Zeitpunkt ab. Das war am Ende dann auch der Schlüssel zum Sieg. Die Italiener beenden die Weltmeisterschaft auf Rang 5, Chile holt sich den sechsten Rang.

Italiens Kapitän Simon Prudenziati freut sich über den fünften Platz seiner Mannschaft: „Unser Ziel, das wir uns im Vorfeld gesetzt haben, war der fünfte Platz. Wir sind überglücklich, dass wir den jetzt auch erreicht haben. Das Spiel war hart, wir waren aber hungriger auf den Sieg. Es gehört sicher auch ein bisschen Glück dazu, dann auch wirklich zu gewinnen.“

Italien – Chile 3:1 (11:6, 4:11, 11:7, 11:9)

zur Spielstatistik

 

+++++  2. Spielrunde von 13:15  +++++

Namibia konnte gegen Argentinien nicht mithalten. Die Argentinier diktierten das Spiel und zeigten eine mannschaftlich starke Leistung. Die Namibianer können nicht an die Leistung des Spiels gegen die USA anknüpfen und Argentinien spielte souverän.

Argentinien eine Nummer zu groß für Namibia

Einen klaren Sieg von Argentinien über Namibia gab es in der zweiten Runde des Finaltages. Das argentinische Team zeigte eine souveräne Leistung und kam nicht wirklich in Bedrängnis. Der dritte Satz verlief bis zur Hälfte des Satzes ausgeglichen. Dann legte Argentinien wieder zu und beendete den Satz mit 11:8.

Argentiniens Abwehrspieler Federico Gerardo Fritz, der sehr beeindruckt ist von der Atmosphäre in Winterthur sagte nach dem Spiel: „Wir haben uns den fünften Platz als Ziel gesetzt. Das ist sich knapp nicht ausgegangen. Unsere Mannschaft ist jung und teilweise sehr unerfahren. Aber der siebte Rang ist auch ok. Namibia hat gut gespielt, aber wir haben eine sehr gute Mannschaftsleistung erbracht und gewonnen.“

Argentinien – Namibia 3:0 (11:7, 11:6, 11:8)

zur Spielstatistik

 

+++++  1. Spielrunde von 12:00  +++++

Im ersten Spiel ging der nächste Fünf-Satz-Sieg bei dieser Weltmeisterschaft an Tschechien. Sie beenden die WM damit auf dem neunten Rang, die USA ist zehnter. Eine Platzierung, die den starken Leistungen nicht gerecht wird, die die Amerikaner in diesem Turnier bereits gezeigt haben. Beide Teams haben ihre letzten Kräfte mobilisiert und um den Sieg gekämpft, am Ende entschied vor allem die geringere Eigenfehlerquote der Tschechen im fünften Satz.

 

Tschechien bezwingt die USA in 5 Sätzen

Während die USA zu Beginn der WM im Topf der 8 Top-Teams war (Gruppen A und B), gehörte Tschechien zu den 10 Teams dahinter, die in den Gruppen C und D gegeneinander spielten. Somit hätte man vor dem Spiel wohl die USA als Favorit gesehen. Während des Turniers verbesserten sich beide Mannschaften stetig und die Amerikaner setzten mit einer starken Leistung gegen Deutschland ein klares Ausrufezeichen. Das tschechische Team von Trainer Jan Mazal spielte konstant über das gesamte Turnier gut und hat sich den neunten Rang auf jeden Fall verdient.

Im ersten Spiel des Finaltages sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel zwischen den beiden Teams. Die Sätze waren allesamt knapp, nur im vierten gab es einen klaren 11:1 Satzsieg, und zwar für die USA. Die Mannschaft um Kapitän Matt Ogin konnte diese Performance aber nicht halten und es gab wieder die gewohnt engen Sätze zu sehen. Im fünften Satz endete das Spiel in der Verlängerung mit zwei Eigenfehlern der USA und Tschechien krallt sich den neunten Rang.

Mat Ogin, Kapitän der USA sagt nach dem Spiel worauf es seinem Team ankommt: „Wir spielen nicht oft auf diesem Niveau. Deshalb geht es uns bei einem Event wie diesem eher darum, möglichst viel zu lernen und weniger darum welchen Rang man am Ende belegt. Wir können sehr viel aus der Weltmeisterschaft mitnehmen, haben viel gelernt.“

Tschechien – USA 3:2 (11:8, 8:11, 13:11, 11:1, 13:11)

zur Spielstatistik

Tag 7 - Der Finaltag verspricht Spannung

 

 19MWC_Template_Daily_Schedule_Day7.jpg

 

+++++  6. Spielrunde von 18:30  +++++

Deutschland findet nach Startschwierigkeiten perfekt in das Semifinale und bezwingt die Schweiz. Nachdem Deutschland gleich zu Beginn des Spiels mit 0:3 zurücklag, spielt das Team um Kapitän Fabian Sagstetter wie ausgewechselt und geht in Führung. Nach dem 6:5 geben sie die Führung nicht mehr aus der Hand und lassen nur noch einen Punkt der Schweiz zu.
Der zweite Satz war dann eine wahre Schlacht. Die Schweizer erspielten sich in der ersten Satzhälfte schon eine 3-Punkte-Führung, die sie nicht über die Runden brachten. Deutschland zeigte seine Klasse und kämpfte sich heran. Der Satz ging in die Verlängerung, diese verlief dramatisch. Die starke Schweizer Mannschaft brachte Deutschland ans Limit. Keines der beiden Teams konnte den Sack zumachen. Es kam zum alles entscheidenden Punkt nach dem Stand von 14:14. Ein unglaublicher Ballwechsel fand statt, am Ende ging die Abwehr der Schweiz unter der Leine durch.
Dieser Satzverlust brach dem Team von Oliver Lang schlussendlich sprichwörtlich das Genick. Sie waren gebrochen und so spielten auch so. Diese Chance ließ sich das Team um Fabian Sagstetter nicht entgehen und spielte sich fehlerlos zum 3:0-Sieg.

Fabian Sagstetter, Kapitän Deutschland: „Der 14:14 Ball war sicher spielentscheidend. Das war extrem wichtig, dass wir den gemacht haben. Wir sind nach einem ganz schlechten Start im Spiel angekommen. Gegen so ein Team mit 3:0 zu gewinnen ist super, wir haben auf allen Positionen sehr gut gespielt. Die Stimmung auf dem Feld ist einfach abartig, wir genießen es hier zu spielen. Morgen wollen wir hier Weltmeister werden.“

Oliver Lang, Trainer Team Schweiz: „Wir sind heute gescheitert. Die wenigen Chancen, die sich geboten haben, konnten wir nicht nutzen. An den Fans ist es sicher nicht gelegen, das nehmen wir auf unsere Kappe.“

Deutschland – Schweiz 3:0 (11:6, 15:14, 11:3)

zur Spielstatistik